Am 14.06.2003 fand im Heinse-Haus Langewiesen ein Symposium zum Thema „Johann Jacob Wilhelm Heinse – Philosoph und Künstler der Goethezeit“ statt.
Es referierten:
Prof. Dr. Ulrich Gaier, Universität Koblenz, über: "
Heinse aus Langewiesen – ein Philosoph und Künstler von europäischem Rang
"
Privatdozent Dr. Markus Bernauer, TU Berlin, über: " Der Kunst- und Reiseschriftsteller Heinse "
Dr. Gert Theile, Stiftung Weimarer Klassik, über: " Der Romanschriftsteller und Essayist Heinse "
Prof. Dr. Ralph-Rainer Wuthenow, Johann Wolfgang Goethe–Universität
Frankfurt am Main, über: "
Heinses Wirkung
"
Dr. Gert Theile: "Im Hauptvortrag entwarf der Hölderlin- und Faust-Experte, Professor Ulrich Gaier aus Konstanz, das Bild eines sich auf der Höhe zeitgenössischer Dichtung bewegenden Wilhelm Heinse. Der Kunstschriftsteller aus Langewiesen hätte mit seinen Bildbeschreibungen Werke von europäischem Rang geschaffen. Als Philosoph repräsentiere er auf typische Weise die Haltung eines deutschen Intellektuellen des achtzehnten Jahrhunderts. Die Phänomene der Naturreligion und Kunstreligion in Deutschland verdankten auch Wilhelm Heinse wesentliche Impulse.
Nicht nur einen Einblick in die Werkstatt der Heinse-Philologie gab der Herausgeber der bald erscheinenden Nachlass-Edition Dr. Markus Bernauer , aus Berlin. Anhand noch unpublizierter Textfunde unterstrich er die wegweisende und ästhetisch anspruchsvolle Art der Bildbeschreibung, die Heinse nicht genialisch und vor Ort, sondern akribisch am Schreibtisch betrieb.
Dr. Gert Theile aus Leipzig, der die Veranstaltung auch moderierte, beschrieb Heinses Romanschaffen als poetischen Ausdruck der biographischen Erfahrungen und der Philosophie seines Autors. Heinses Helden verkörpern nach seiner Auffassung Lebensmodelle, die Heinse auch persönlich favorisierte.
Den Abschlußvortrag hielt Professor Ralph-Rainer Wuthenow , der mit Eleganz den Heinseschen Nachwirkungen durch die Jahrhunderte und im europäischen Rahmen nachging.
Mit Blick auf die Heinse-Konferenz von 1996, die damals Gert Theile in Weimar organisiert hatte und welche auch den Anstoß für die anstehende fünfbändige Nachlaßedition gab, kann man feststellen, daß innerhalb dieser kurzen Zeit das Heinsebild an Schärfe, Differenzierung und vor allem auch an Bekanntheit gewonnen hat.
Die Referate entwarfen ein markantes Profil des Dichters und Denkers Wilhelm Heinse, das auf der Höhe der neuesten Forschungen war."
v.l.n.r.: Prof. Dr. Ralph-Rainer Wuthenow, Prof. Dr. Ulrich Gaier,
Privatdozent Dr. Markus
Bernauer, Dr. Gert Theile
Foto: Horst-J. Schadwinkel
|
|