Auch
für die Mitglieder des Heinse-Freundeskreises ist heute ein besonderer
Tag.
Die
Schule, die die meisten von uns selbst besucht haben, trägt
ab heute den Namen des grössten Sohnes der Stadt Langewiesen.
Nicht zuletzt haben wir es einem Lehrer aus Langewiesen, unserem Ehrenmitglied Erich Krauß, zu verdanken, dass der Dichter und Denker Johann Jacob Wilhelm Heinse nicht in Vergessenheit geriet.
Lassen Sie mich zur Namensgebung ganz herzliche Grüsse unseres Ehrenmitgliedes Prof. Baeumer aus USA und Frau Dr. Elliott aus England übermitteln, die heute anwesend sein wollten, jedoch aus Alters- und gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnten und dies sehr bedauern.
Beide sehen in der Namensgebung „Johann Jacob Wilhelm Heinse“ der Grundschule Langewiesen einen sichtbaren positiven Schritt weiter in der Würdigung des großen Sohnes von Langewiesen. Prof. Baeumer bezeichnet die Namensgebung der Schule als krönendes Ergebnis des im vorigen Jahr durchgeführten 3-tägigen Heinseprojektes.
Die Schülerinnen und Schüler haben sich fleissig und gründlich mit Wilhelm Heinses Leben und Werk beschäftigt, sein Leben erforscht und sich auf diesen Tag gefreut. Das große Vorbild sollte ihnen der junge Heinse sein, von dem ein Lehrer sagte:
„Insgesamt
gesehen war er selbst ein Junge von natürlichem Wesen und
großer Begabung“.
Zur
Namensgebung der Grundschule Langewiesen
„Johann
Jacob Wilhelm Heinse“ am 27.5.2000
Die
Schule, in die Heinse bis zu seinem 13. Lebensjahr ging, befand sich in
der jetzigen Ratstraße, dem Gebäude, in dem sich die Polikklinik
und ehemalige J. J. W. Heinse-Bibliothek befanden. Damals hieß sie
Ratsgasse.
Mit
geborgtem Geld kaufte man 1697 ein Haus in der Ratsgasse für 3 Schulklassen
und 3 Lehrerwohnungen, welches 1700 abbrannte. 1704 erfolgte ein Schulneubau.
1765 gab es eine Kantorklasse, eine Bacclaureusklasse sowie eine Mägdleinklasse
mit insgesamt 137 Kindern.
Die
frühesten Zeugnisse über Heinses Fähigkeiten, Leistungen
und Charaktereigenschschaften finden sich bei J. Schober: „Als er in seinem
13. und 14. Jahre vom Pfarrer Schreier zu Langewiesen Vorunterricht im
Lateinischen erhalten hatte, konnte dieser von ihm schreiben“:
„Ipse omnino adolescens bonae indolis atque capacis ingenii fuit.“
„Insgesamt gesehen war er selbst ein Junge von natürlichem Wesen und großer Begabung“
„Nicht minder lobte dieser Lehrer den Eifer und die Ausdauer seines Schülers... Musik und was damit in Verbindung steht, war von Kindheit an seine Haupteigenschaft. Und weiter schreibt Schober: „Ausser guten Musikanlagen und der durch „Geschichtchen“geweckten Phantasie besaß der Knabe auch ein reiches Talent zu Reflexionen und eine seltene Liebe zur Natur“.
Ergänzen
ließen sich diese Eigenschaften noch durch das Urteil vom Direktor
des Gymnasiums zu Schleusingen, in das Heinse zur Schule ging, Dr. Walch:
Heinse
sei „ein guter Schüler“ gewesen. Er habe
„in ihm einen Mann
von Kopf und künftigen geistvollen Schriftsteller vorausgesehen“.
Heinses
Temperament
charakterisierte er so:
„
Heinsesei
meist in sich gekehrt und still und wenig mitteilsam gewesen, habe aber
zuweilen an jugendlichen Scherz und Mutwillen teilgenommen, „Seine
Antworten seien meist kurz, schneidend und unerwartet ausgefallen“.
„In deutschen und lateinischen Hexametern [sechsfüssiger epischer
Vers], in der französischen und der italienischen Sprache, in Klavier
und Flöte habe er sich fleissig geübt.“
Dr.
Walch hat diese Einschätzung beinahe vierzig Jahre nach Heinses
Schulentlassung (1803) abgegeben.
Zur Namensgebung der Grundschule „Johann Jacob Wilhelm Heinse“ schreibt Frau Dr. Rose Elliott am 8.5.2000:
„Es wird bestimmt ein schöner Festakt werden, ein sichtbarer positiver Schritt weiter in der Würdigung des grossen Sohnes von Langewiesen, worauf Sie und der Heinse-Freundeskreis mit Recht stolz sein können.“
Am 28.12.1999 schreibt Frau Dr. Rose Elliott:
„Dass
die Grundschule Langewiesen ab Ende Mai 2000 den Namen Heinses tragen hofft,
ist ein schöner Beweis für das zunehmende Bewusstsein der Bedeutung Heinses.“
Literatur:
Schober,
J.: Johann Jakob Wilhelm Heinse. Sein Leben und seine Werke. Leipzig, 1882.
Schurig,
A.: Der junge Heinse. München und Leipzig, 1910.
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