Dem Lehrer Erich Krauß haben wir es zu danken, daß der
im Jahre 1746 in Langewiesen geborene Dichter und Denker J. J. Wilhelm
Heinse in seiner Geburtsstadt wiederentdeckt wurde. Vielen seiner Schüler
und Mitbürger brachte er in den letzten Jahrzehnten das Wirken und Schaffen
Heinses nahe. Erich Krauß rief in den 70-er Jahren einen Heinse-Freundeskreis
ins Leben und unterstützte 1996 die Vereinsgründung des Heinse-Freundeskreises
e.V. in Langewiesen. Er sammelte Literatur von und über Heinse und stellte
sie der Stadtbibliothek zur Verfügung, die auf seine Veranlassung den Namen
J. J. Wilhelm Heinse erhielt. Jahrzehnte war er als Kultur-, Musikkritiker
und Heimatforscher (Stadtgeschichte) tätig und schrieb regelmäßig darüber
in der Heimat- und Landespresse. Oft nahm er an Veranstaltungen der Ortsvereinigung
Ilmenau der Goethe-Gesellschaft Weimar teil und besprach diese kulturellen
Ereignisse in der Presse. Erich Krauß war Initiator der bis heute regelmäßig
stattfindenden Rathauskonzerte, zu denen Künstler eingeladen werden, die
in Langewiesen geboren wurden und im nationalen und internationalen Konzertleben
Anerkennung gefunden haben. Die Stadt Langewiesen ehrte ihn 1993 für seine
Verdienste in der Heinseforschung und der Erberezeption sowie für seine
anderen überaus zahlreichen kulturellen Aktivitäten im Ort und Kreis Ilmenau
mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Seine ethische Grundeinstellung
veranlaßte ihn, sich rastlos für die Verbreitung kultureller und humanistischer
Werte einzusetzen. Er ging davon aus, daß das humanistische Kulturerbe
immer wieder aufs neue in das Blickfeld der Menschen zu rücken ist.
Erich Krauß (1907 - 1998)
|
|